Erzeugergemeinschaft Rheinland w.V. Eurotec-Ring 1 47445 Moers  Tel.: 02841-88039-0 Fax: 02841-88039-99 Home Kont@kt Impressum 26.08.2011  Kosten sparen durch Futteranalysen  1. Handeln ist notwendig - aber richtiges Handeln  Momentan geht es vielen stark spezialisierten Betrieben mit Schweinehaltung an die Substanz, da die Kombination von  hohen Futterkosten und niedrigen Erlösen fast nicht zu schultern ist. Besonders gefährlich wird die Situation für die Erzeuger,  wenn gleichzeitig die biologischen Leistungen nicht stimmen.  Daher sollte jetzt jede Möglichkeit genutzt werden, die Futterkosten zu senken,  denn diese machen mehr als 50 % der  variablen Kosten aus. Der  Futteraufwand setzt sich dabei zusammen aus Futterverwertung und Futterverlusten.   Keine Geldanlage ist hierfür so interessant und bringt bessere Zinsen als eine gute Futteranalyse. Für 100 bis 200 €  Untersuchungskosten pro Betrieb und Jahr können durch optimale Anpassung  der Fütterung an den Bedarf der Tiere pro  Ferkel um 0,40 €, bei den Mastschweinen 2-3 € bzw. 10-15 € pro Zuchtsau Futterkosten eingespart werden.  Für den  kostenbewussten Betrieb bedeutet das: Getreideuntersuchung ist ein Muss!  Denn es macht überhaupt keinen Sinn, mit Hilfe von abstrakten Fütterungsprogrammen nur anhand von Tabellenwerten  ‚Effizienzanalysen' mit drei Stellen hinter dem Komma zu erstellen,  wenn die konkreten Inhaltsstoffe des Futters (Weizen,  Gerste, Mais) nicht bekannt sind und dadurch Mischfehler ‚provoziert' werden.   2. Futteranalysen sollten Standard sein   Gerade in diesem Jahr, in dem aufgrund extremer  Frühjahrstrockenheit die Pflanzenbestände zum Teil sehr gelitten haben,  werden die Gehalte an Aminosäuren und Mineralstoffen sehr unterschiedlich sein. Folglich können die Werte der (abstrakten)  Futterwerttabellen auch nur zur groben Orientierung genutzt werden. Falsche Energie/Eiweiß-Verhältnisse führen dann aber  oft zu schlechten Schlachtergebnissen und kosten so richtig Geld. 3. Standarduntersuchung  Eine Standarduntersuchung mit der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) bei Getreide beinhaltet den TS-Gehalt, Rohasche,  Rohprotein, Rohfaser, Stärke und Zucker. Die Futterwerte MJ NEL, MJ ME, nXP, und RNB sowie die Aminosäuren werden mit  einer Schätzfunktion berechnet. Die Kosten für die beschriebene Standard-Analyse belaufen sich z.B. bei der Lufa Münster  auf ca. 30 €. Im Blick zu behalten ist auch eine mögliche Mykotoxinbelastung: Im Futtergetreide sollen die kritischen Konzentrationen für  wichtige Pilzgifte nicht überschritten werden. Diese liegen für Zearalenon unter 0,25 mg/kg (88% TS) und für  Deoxynalenol(DON) unter  1 mg/kg . Eine Überschreitung des letztgenannten Wertes verursacht z.B. unter anderem  Futterverweigerung und Durchfall bei den Tieren.  Die Untersuchungskosten auf Mykotoxine (Elisa-Test - ‚ Vortest), auf Deoxynivalenol (DON) und auf Zearaleon (ZEA)  betragen 28 € plus 19 % MwSt. 4. Kosten und Durchführung  Denn nur so lässt sich feststellen, ob die angestrebten Gesamtnährstoffgehalte in der Ration tatsächlich erreicht werden oder  eventuell Mischfehler bzw. Entmischungen vorliegen.  5. Fazit Für die erfolgreiche Schweineproduktion ist es ratsam, eine dem vorhandenen Tiermaterial angepasste betriebsindividuelle  Futterversorgung zu gewährleisten. Der erfolgreiche Mäster wird dabei im Weiteren die Nährstoffkonzentration und  Futtermenge mit den angestrebten Zielen der Mast- und Schlachtleistung sowie dem Vermarktungsweg in Einklang bringen.   Deshalb sollte die Analyse der Futterrohstoffe vor der Rationsberechung unbedingt vorgenommen werden, um genau nach  dem Bedarf der Schweine zu füttern. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern verbessert auch die Tiergesundheit  und schont unsere Umwelt. Der Rheinische Erzeugerring für Mastschweine steht als verlässlicher Partner gerne beratend zur  Verfügung.  Vorraussetzung für eine erfolgreiche Getreidefütterung ist die  richtige Einschätzung der Futterqualität. Die geernteten  Qualitäten unterliegen allerdings jährlichen Schwankungen,  die es gezielt auszugleichen gilt. Die außerordentliche  Schwankungsbreite des Rohproteingehaltes bei vier  untersuchten Getreidearten zeigen vorliegende  Analysenergebnisse in der Tabelle.  So gibt es z.B. Abweichungen im Rohstoffproteingehalt der  Gerste um mehr als 50 % vom Mittelwert - in beide  Richtungen. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die  betriebseigenen geernteten und eingesetzten  Rohstoffkomponenten exakt zu analysieren - und damit zu  verhindern, dass es nicht zu einer Unter- bzw.  Überversorgung der Tiere kommt.  Eine solche Futterrationsgestaltung auf Basis konkreter  Untersuchungsergebnisse ermöglicht sogar eine genaue, am  Nährstoffbedarf orientierte Versorgung der Tiere in  unterschiedlichen Leistungsstadien. Somit können  vorhandene Leistungspotentiale noch besser ausgenutzt und  die Futterkosten gesenkt werden.  Um eine repräsentative Probe zu erhalten, sollte an mehreren  Stellen einer Partie Getreide entnommen, in einem sauberen  Eimer gesammelt und anschließend gemischt werden. Von  dieser Mischprobe sollten dann ca. 500g in eine saubere  Plastiktüte gefüllt werden. Den Probenbeutel verschließen und  zur Identifizierung mit einem wasserfesten Stift gut leserlich  beschriften. Als Begleitpapier sollte das Auftragsformular  "Grobfutter" benutzt werden  Hohe Leistungen in der Tierhaltung sind nur mit qualitativ  hochwertigen Futtermitteln erreichbar. Neben den  Einzelkomponenten bzw. den Ergänzern sollten deshalb  regelmäßig im Jahr auch die fertigen Futtermischungen  untersucht werden.   Tabelle bitte klicken zum vergrößern.